Die Daten:
Lok:
gago (2,5) – Sascha (1,5), Rück‘n'Stück (1,5), Joma (2) – Max (2,5), Perkele (2) – David (1,5)
Joker: Alexix Hitzlszeiner (2)
0 – 1 (?)
0 – 2 Pau_Lee
1 – 2 Rück`n`Stück (ohne Vorlage)
2 – 2 Sascha (o. V.)
3 – 2 David (o. V.)
Die Ausgangslage:
Der Karateclub Meier hatte sich im Bunteliga-Spiel gegen die Lokomotivisten viel vorgenommen. Mit einem Sieg gegen die ins graue Mittelfeld ausrangierten Lebacher Fußballer hätte der aktuelle Liga-Primus seinen Vorsprung weiter ausbauen können. Doch die zwar qualitativ hochwertige aber mit nur sieben Spielern hauchdünne Personaldecke sollte auf dieses Unterfangen noch ihre Schatten werfen.
Die Liga-Neulinge der LOK mussten Punkten, wollten sie mit dem oberen Tabellendrittel in Kontakt bleiben. Sie hatten ihrerseits jedoch aufgrund von Uni-Verpflichtungen, chronischer Abwehrallergie, grippalen Infekten und sonstigen Wehwehchen gleich fünf Ausfälle zu beklagen. Die komplette Abwehr und auch der Sturm mussten neu formiert werden und lediglich ein Auswechselspieler stand der Bahn-Truppe bereit.
Das Spiel:
War der Zug für die Geheimakte ‚Attacke-KFK ‘ schon bevor es los ging abgefahren? In den ersten Minuten schien es ganz so und die Hoffnungen der Fan-Massen eines spannenden Ligabetriebs bekamen einen herben Dämpfer verpasst. Der Favorit dominierte das Spielgeschehen. Die Karate-Kicker spielten meisterlich ihre Routine aus und hätten nach dreißig Minuten auch schon gut und gerne drei oder vier Dinger eingeschenkt haben können.
Zu konfus (Lok) bzw. souverän (KFK) präsentierten sich beide Mannschaften. Man merkte deutlich, welches Team länger besteht und wo die Automatismen auch nach einer Winterpause noch greifen. Die beiden KFK-Tore waren zwar schön gemacht, doch profitierten die Schützen davon, dass die Lebacher alte Fehler wieder begangen. So versuchten sie oft übermotiviert den Ballführenden mit gefühlten 300 km/h zu bestürmen. Ein ums andere Mal düpierten die Spieler der KFK die Bemühungen ihrer Kontrahenten mit einfachen, aber grazilen Ausfallschritten. Auf diese Art fiel dann auch das 1-0. Gegen Mitte/Ende der ersten Hälfte wurden die ersten male umgestellt. Alexix Hitzlzeiner kam auf der linken Seite zum Einsatz, Perkele ging ins Tor, gago auf die Bank und später ins Feld und Rück`n`Stück aus nervlichen Gründen zuerst raus und dann in die Mitte des Feldes. Für ihn übernahm Max die Position in der Abwehrzentrale.
Danach funktionierte das Spiel der Lok besser und die Zuschauer spürten, die LOK kommt ins Rollen. Nach einem weiteren Rückschlag, dem 0-2, schalteten die Lebacher auf Offensive und erzielten durch Rück`n`Stück den Anschlusstreffer. Die Spielszene: R‘n'S bekam rechts vorne den Ball, dribbelte damit auf einen KFK-Abwehrspieler zu, legte ihn sich per Übersteiger auf den Linken, täuschte an und schloss dann mit links erfolgreich ab. Der Abwehrspieler dazu nach dem Spiel: „Ich hab nicht gedacht, dass der mit links schießt, sonst hätt‘ ich den Fuß rausgehalten!“
In der Pause hatten die Lebacher einiges zu klären – taktische Fragen, aber auch solche, warum wieder eine solche negative Stimmung aufkam und weitaus wichtiger: Wer hat eine Kippe? Letzten Endes stellte man einiges um. David ging nach einigen Minuten in die Abwehrzentrale, Max in den Sturm. Ein weiterer Torwart-Wechsel folgte während des Spiels.
In der zweiten Hälfte entwickelte sich ein mitreißendes Spiel. Die Lebacher hatten Blut geleckt, drängten vom Publikum getrieben. Aber der Kung-Fu-Verein konterte und war durch Weitschüsse gefährlich. Anfangs überließ Max im Sturm dem Gegner zu viel Raum und so baute KFK gemütlich auf und startete seine Angriffe. Lebach stand aber relativ sicher und setzte immer wieder nach. So kam es, dass Sascha von halbrechts einfach mal draufhielt. Der neue Goalgetter der Lok erwischte den Torhüter auf dem falschen Fuß und schon stand es wie der Torwart zuvor: Unentschieden. Nun ging es richtig zur Sache. Die Emotionen kochten und einmal kurz über, als gago mit seinem Gegenspieler zusammen rasselte und der dann nicht mehr weiter spielen konnte. Die schon müden Kampfsportler wurden kurzfristig weiter geschwächt und spielten für einige Minuten mit einem Mann weniger, was die Lebacher jedoch nicht sofort bemerkten. Die Lokomotive stellte dann nach wenigen Minuten aus Respekt vor ihrem Gegner ebenfalls einen Mann vom Platz. Sechs-gegen-sechs ging es in die Schlussphase des Matchs. Dabei fasste sich David der Zampano ein Herz, preschte dynamisch durch das Mittelfeld und versenkte den Ball mit einem wuchtigen Schuss unhaltbar. Coole Sache! Das Publikum tobte und auch Waldemar Hartmann meinte anerkennend ins Mikro: „Das was Sie hier auf dem Rasen sehen, kostet viele, viele, viele Millionen Geld, wenn man diese Spieler kauft.“ Doch Info an alle Öl-Multis: die LOK steht nicht zum Verkauf.
Das Spiel blieb weiter spannend. Auch weil die Bahnler sich nach Davids Geniestreich zunehmend aufs Konterspiel beschränkten. KFK drückte trotzig und hatte kurz vor Schluss großes Pech, als sie mit einem Sonntagsschuss nur den linken Innenpfosten trafen. Der Ball tänzelte auf der Linie, entschied sich aber auf der anderen Seite wieder den Weg aus dem Tor zu wählen. Auch ein Schuss von Max verfehlte im Anschluss das Ziel nur knapp und streifte den Außenpfosten. Jedoch wäre ein weiterer Treffer dem Spielverlauf nicht gerecht geworden und so endete die Partie knapp mit 3 – 2 für LOK Lebach.
Das Fazit:
In einem trotz des dramatischen Verlaufs äusserst fairen Match kann lediglich die kurzzeitige ungleiche Spieleranzahl, die von lebacher Seite nicht sofort bemerkt wurde, als unglücklich bezeichnet werden. Doch selbst hier wurde von Seiten des KFK nach dem Spiel kein böses Wort verloren oder gar Unterstellungen unterstellt (Ein KFK-Spieler: „Daran hat es auf keinen Fall gelegen! Und warum werd ich hier dauernd zitiert?“).
Auch wenn ein Unentschieden durchaus möglich gewesen wäre, geht es in Ordnung, dass die 3 Punkte nach Lebach abdampfen, da beide Mannschaften Werbung für die Bunte Liga betrieben und die Lokomotivisten neben einem Kraftakt auch stellenweise gute fußballerische Leistungen hinlegten. Fetter Prospekt auch an den KFK, der sich trotz kraftraubendem Spiel ohne Auswechselspieler gut präsentierte und wie gesagt in der 1. HZ schon den Sack hätte zumachen können. Da es jedoch anders kam und der Titelverteidiger nach 14 Monaten geschlagen wurde, steht der Weltherrschaft des Bunte-Liga-Sieger-Besiegers nichts mehr im Wege. Wird die Liga nun wieder spannender?
Das Nachspiel:
An dieser Stelle mal noch von mir und auch im Namen meines Teams ein herzliches Danke an Paul_Lee, die Bäckerin (?), KFK, Geburtstagskind Dirk und alle anderen beteiligten Helfer und Spieler sowie Zuschauer für Suppe, Tische, Bier, Kuchen, 3 Punkte, spannende Spiele, trockenes Wetter, Diskussionen und den schönen Sonntag. In die 100-TageBar hab ich es leider nicht mehr geschafft, aber der Rest war rischdisch geil!
Auch die Anfeuerungsrufe für uns, welche natürlich nicht gegen den KFK gerichtet waren, sondern eine spannende Liga intendierten. Zu arg war es stellenweise, wenn es von Außen gegen die WSG ging, fair play bitte auch hier!
Die Einzelkritik:
(In Anlehnung an den alten, weisen (dicken, hässlichen) Mann der Bunteligaberichterstattung Hasselbaink)
- gago (2,5):
Im Tor stark, im Feld mit viel Einsatz. Dort fehlt aufgrund geringer Spielzeiten noch etwas die Abstimmung. Jene fehlte auch bei den Wechseln.
- Sascha (1,5):
Scheint nun seine Position auf der rechten Seite gefunden zu haben. „Angriff ist die beste Verteidigung“ – so macht er aus einer nominell eigentlich defensiven und somit ungeliebten Rolle eine Stärke. Torschütze zum 2-2, nachdem er es einfach mal mit einem Schuss versuchte statt wie in der 1. HZ mit Flanken aus dem Halbfeld aufs kleine Tor keinen Abnehmer zu finden.
- Rück‘n'Stück (1,5):
Nur ein Teil der 1. HZ in der Abwehrrolle, dort wieder nicht zu 0. Konnte das Spiel mehr von der Mittelfeldposition aus ordnen und traf zum motivierenden Anschlusstreffer.
- Joma (2):
Wird immer stärker und ballsicherer. Auch konditionell scheinen Fortschritte erkennbar. Spielte viel auf der linken defensiven Seite, was früher nicht seine Stärke war, löste dies aber gegen gute Gegenspieler hervorragend. Auch mit sicheren Pässe nach vorne. Müsste nur in manchen Situationen früher und enger zum Gegenspieler rausrücken.
- Max (2,5):
Spielte aus Sicht des Autors eine gute Partie, bestand aber nach Spielende darauf an beiden oder zumindest einem Gegentor (Mit-)Schuld zu haben. Ok Max, das gibt dann eben 0,5 Abzug. Beackerte alle 3 Positionen, meist mit Erfolg. Traute sich am Ende als Stürmer scheinbar nicht sich ganz vorne zu postieren und verschenkte Raum. In Endeffekt alles richtig gemacht.
- Perkele (2):
Begann nominell rechts im Mittelfeld, war aber in der 1. HZ aber oft zu offensiv als Rechtsaußen zu finden. Wechselte sich darüber hinaus mit gago im Tor ab, was leider nicht abgesprochen war. Wusste dort aber durchaus zu gefallen. Mit einem verbrannten Fuß angeschlagen ins Spiel gegangen, bis er sich durch und zeigte eine solide Leistung. Half gegen Ende jedoch mannschaftsdienlich links defensiv mit das 3-2 zu ermauern. Im MF mit viel Laufarbeit, aber auch einigen vergebenen 100%igen.
- David (1,5):
Begann im Sturm, wo er gut die Bälle klemmte, auflegte und auch mal das ein oder andere Dribbling wagte. Zog später dann in die Abwehrzentrale um, wo er von allen 3 der sicherste Abwehrchef war. Erzielte aus dieser Position sogar noch das 3-2. Mann für Sicherheit hinten und wichtige Tore vorne und alles dazwischen.
- Alexix Hitzlszeiner (2):
Anfangs noch mit ein paar Fehlpässen und Unsicherheiten, später dann, als alle anderen nervös zu werden begannen, spielte er ganz cool den Part auf der linken Seite und lies nichts anbrennen.
- Text von Rück`n`Stück und Bechinhosa/Lok Lebach/Presseabteilung -