Geschichte
Obwohl das Team erst im Jahre 2008 durch eine Delegation von Exil-Lebachern neu gegründet wurde, ragen die Wurzeln der Traditionsmannschaft bis weit ins letzte Jahrtausend zurück. Von der ursprünglichen Besatzung ist zwar nur ein kleiner Teil übrig geblieben, trotzdem haben fast alle heutigen Spieler früher oder später allwöchentlich die Bolzplätze in und um Lebach unsicher gemacht. Erst 2008 entschloss die Mannschaft sich der Bunten Liga Saarbrücken anzuschließen, eine Liga deren Philosophie perfekt zu der Einstellung der Lebacher passt.
Taktik
Das Tor steht in der Mitte – das wusste schon Franz Beckenbauer. Und so spielen die Lebacher einen gepflegten Kurzpass-Stil durch die Mitte. Dabei wurde der EM-Trend zu einer Spitze mit offensiv ausgerichteten Mittelfeldspielern dahinter nicht von dort übernommen, sondern kam überhaupt erst durch undichte Stellen im Lebacher Fußball-Labor per Mund-Zu-Mund-Propaganda bis nach Österreich und in die Schweiz.
Bei eigenem Ballbesitz rückt die ganze Mannschaft – bis auf wenige konditionsschwache Elemente – auf und versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen. Ist dies geschafft, wird meist der Ball verloren. Falls nicht, wird versucht blitzartig mit ein bis zwei Stationen den Ball auf die andere Seite des Feldes zu verlagern, damit dort gefährliche 1-gegen-1-Situationen entstehen. Dazu muss gesagt werden, dass die Lebacher im 1-gegen-1 ganz prima sind. Das Ganze dient dem Zweck, dem Gegner die Bude vollzuhauen.
Defensiv genießt nicht nur das Horizontal-, sondern auch das Querverschieben oberste Priorität. Das heißt bei gegnerischem Ballbesitz rücken die offensiven Außenbahnspieler nicht nur auf Höhe des zentralen defensiven Mittelfeldspielers, auch bewegen sich die Außen aller Mannschaftsteile gen Ballnähe. Die unbeschäftigten Spieler auf der gegenüberliegenden Seite des Geschehens verschieben also um einige Meter nach innen, um den Raum eng zu machen. So recht verstehen wir diesen Fußball-Kauderwelsch selbst noch nicht ganz. Aber es klingt gut.
Stärken
Aus Zeiten jugendlicher Bolzplatzaufenthalte im sonnigen Lebach – das sich nicht nur geographisch mitten im Saarland befindet – stammt das starke Wir-Gefühl, das den Ehrgeiz herausfordert, die urbanen Fuppe Kicker in die Schranken zu weisen. Nicht umsonst heißt der Wohnort der besten Sportler beim größten Sportevent der Welt ja auch olympisches Dorf.
Ebenfalls durch diese Zeit haben die Mitglieder eine technisch hervorragende Ausbildung genossen und besitzen ein gewisses Grundverständnis für die Spielweise bzw. Laufwege des anderen. Eine gewisse Grundschnelligkeit scheint auch eine Lebacher Besonderheit zu sein, die außerdem ganz hervorragend zum direkten und schnellen Passspiel und den messerscharfen Dribblings passt.
Zudem hat das Team viele Allrounder in seinen Reihen, was bedeutet, dass äußerste Flexibilität gegeben ist und problemlos die Positionen getauscht werden können.
Schwächen
Die Mannschaft wurde neu gegründet, trotz längerer Bekanntschaft Einzelner besteht das Problem darin, dass noch nie in Form fester Mannschaften inklusive Positionen und noch nie unter Wettkampfbedingungen gespielt wurde. Wer spielt also was, wo, mit wem und vor allem warum?
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Lebacher Mannschaft zum Teil eine Absplitterung von Ede van der Saar ist. So wurde das ursprüngliche Lebacher Können durch die Schule des großen Bruders in nicht geringem Maße verdeckt, weswegen es sich nun wieder auf die einstige Begabung zu besinnen gilt.
Die Kehrseite der oben als Stärke genannten Vielseitigkeit ist, dass echte Spezialisten fehlen. Nach derzeitigem Stand und den Eindrücken der Vorbereitung sind dies ein Abwehrturm und ein Knipser.